Eine Streitfrage: Erdgeschoß oder Erdgeschoss?

Sprache

Deutsch ist nicht gleich Deutsch. Zu den Eigenheiten von Herr und Frau Österreicher beim gesprochenen und geschriebenen Wort.

Eine Erklärung für die unterschiedlichen Herangehensweisen an das gedruckte Wort liegt in der Aussprache. In Österreich werden bestimmte Vokale anders betont. Das hat Folgen – und zwar für die Konsonanten: Das deutsche „Erdgeschoss“ wird in Wien zu einem „Erdgeschoß“, da das „o“ lang gesprochen wird. Ähnlich verhält es sich mit dem deutschen „Küken“, das in Teilen Österreichs zum „Kücken“ mutiert.

Ein zweites Beispiel zeigt, dass in Österreich nach der Rechtschreibreform vieles nicht mehr so eng gesehen wird. Während der Weg im Hochdeutschen „nach Hause“ führt, geht er im österreichischen Wörterbuch „nachhause“ und „nach Hause“. Das gleiche gilt auch für „zu Hause“ und „zuhause“.

Was ist sonst noch typisch österreichisch?

In der Grammatik wie im Wortschatz gibt es viele Eigenheiten, die das österreichische Deutsch zu etwas Besonderem machen. Hier drei Beispiele:

  • Das Fugen-s: Zusammengesetzte Hauptwörter werden oft mit einem „s“ verbunden. Beispiele sind der „Schweinsbraten“ oder das „Bahnhofsbüffet“.
  • Monatsnamen: Viele Österreicherinnen und Österreicher starten das Jahr nicht mit dem „Januar“, sondern dem „Jänner“. Die Bezeichnung „Feber“ für Februar hat sich jedoch nicht durchgesetzt.
  • Umlaute: Im österreichischen Deutsch werden vermehrt Umlaute eingesetzt. Ein Beispiel ist das Adjektiv „einfärbig“ statt „einfarbig“.

Sie wollen den Unterschieden weiter auf den Grund gehen? Die Spezialausgabe des Duden „Wie sagt man in Österreich?“  von Jakob Ebner bietet eine gute Einstiegshilfe.

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