„Wie“ oder „als“ – was denn nun?

„Wie“ und „als“ sind zwei kleine Wörter mit großer Wirkung. Michael Haller erklärt Ihnen den Unterschied.

„Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.“ Schon Goethe verwendete die beiden Wörter in einem Satz. Unter heutigen Gesichtspunkten greift der Altmeister mit dieser Aussage ins Fettnäpfchen. Die Doppelung „wie“ und „als“ in einem Satz ist weit verbreitet, aber nicht richtig. Klassische Beispiele sind Sätze wie „Früher war alles besser als wie heute“ oder „Ich bin schlauer als wie du“.

So funktioniert’s

Wann wird „wie“ und „als“ jetzt aber genau verwendet? Das Wort „wie“ zeigt Gleichheiten auf. „Es ist so warm wie gestern“ oder „Ich laufe so schnell wie du“. Das Wort „als“ wird bei Ungleichheiten benötigt. Zum Beispiel heißt es: „Es ist kälter als gestern“ oder „Du bist schneller als ich.“ Bei Unsicherheiten helfen „genauso wie“ und „anders als“ als Brücke. Zum Beispiel: „Du siehst genauso aus wie sie“ oder „Du siehst anders aus als sie“.

Vorsicht: Der Sinn ist anders

Auch in der Bedeutung finden sich Unterschiede. Je nach Wort entsteht ein anderer Sinn, wie diese Beispiele zeigen:

  • „Er handelt so, wie er es von seinen Eltern gelernt hat“ beschreibt die Art der Handlung.
  • „Er handelte, als er es von seinen Eltern gelernt hatte“ beschreibt einen Zeitpunkt.

Bei Fragen gibt es ebenfalls Regeln zu beachten. Wenn in einer Frage das Wort „als“ vorkommt, wird im Antwortsatz ebenfalls „als“ verwendet und umgekehrt. Bei „wie“ gilt dieses Prinzip ebenfalls. „Ich klettere schneller als du“ beschreibt einen Unterschied. Demnach muss es auch heißen: „Kletterst du schneller als ich?“, denn die Frage bezieht sich noch immer auf den Unterschied.

Das Fazit:

Wer diese ganzen Regeln und Unterscheidungen noch immer schwierig findet, merkt sich einfach: Ist etwas gleich, verwendet man „wie“. Ist etwas ungleich, benutzt man „als“.

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